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  • Birgit Wichmann

Texten für einen Elevator Pitch und sich in 60 Sekunden gekonnt in Szene setzen

Wie setzt man sich in 60 Sekunden gekonnt in Szene. Die Antwort ist ganz einfach mit einem Pitch, einem Verkaufsgespräch, welches die Länge einer Fahrstuhlfahrt hat. Kurz und prägnant muss er sein und doch das Wesentliche beinhalten. Entsprechend hoch ist dann auch der Arbeitsaufwand.


Mein erster Pitch 2014:

Es war 2014 gar nicht so einfach für mich, den Text für den Pitch zu erarbeiten und das Unternehmen, für das ich damals arbeitete punktgenau zu präsentieren. Doch er war einer der Meistgesehenen und klappte auf Anhieb. Vorbereitungszeit 14 Tage.


Den Elevator Pitch ausarbeiten

Erst einmal musste ich Informationen sammeln, die für eine Verkaufspräsentation wichtig sind:

  1. Welches Ziel verfolge ich? 

  2. Wen will ich ansprechen?

  3. Was macht mein Unternehmen besonders? (Alleinstellungsmerkmal)

  4. Welchen Nutzen hat ein Kunde von meinem Produkt oder meiner Dienstleistung?

  5. Welche Fotos, Videos oder Produktbeispiele nutze ich?

  6. Welche Körpersprache und Stimmlage passen zum Pitch?

  7. Was sind die wesentlichen Merkmale meiner Arbeit?

  8. Womit gewinne ich die Aufmerksamkeit und das Interesse beim Einstieg?

Zugegeben, ich habe damals Blut und Wasser geschwitzt beim Erarbeiten und bei meinem Auftritt. Ich war nicht einmal zufrieden mit mir, weil ich mich einmal versprochen hatte. Das war gar kein Problem, da man ja schneiden kann. Ich war übrigens die Einzige, die unzufrieden war.


Texten für den Elevator Pitch

Aus den gesammelten Informationen textet man nun den ersten Entwurf. Achtet man hier schon auf kurze und knackige Formulierungen, spart man sich später Arbeit.


Nach dem ersten Textentwurf geht man den gesamten Text noch einmal durch. Der Text soll interessierte Personen neugierig machen und nicht ermüden. Deshalb streicht man alles Überflüssige raus. Man konzentriert sich auf den Nutzen und die Problemlösungen des eigenen Produkts oder der Dienstleistung. Bitte keine reine Faktenauflistung. Rhetorische Fragen sind ein erfolgreiches Stilmittel. Auch Einladungen zum Dialog können hilfreich sein.


Fachbegriffe und Fremdwörter sollten gemieden werden. Der Einstieg muss einladend und interessant sein. Das Ende sollte zur Handlung oder zu einem Gespräch einladen. Die Kernaussagen dazwischen müssen leicht verständlich sein. Diese drei Hauptfragen müssen beantwortet werden:

  • Wer bin ich?

  • Was mache ich?

  • Was haben meine Kunden von meiner Arbeit oder meinem Produkt?

Natürlich muss die eigene Begeisterung für das eigene Unternehmen spürbar sein. Bitte keinen Werbetext formulieren. Der Text muss für das gesprochene Wort geeignet sein. Lange Sätze deshalb bitte immer kürzen.


Die Probe aufs Exempel machen

Ist man mit dem Text zufrieden, wird getestet. Man spricht ihn und stoppt die Zeit. Ist er zu lang, wird weiter eingekürzt. Dann wird er Bekannten, Freunden und der Familie vorgesprochen. Wie kommen der Text und die Person, die ihn spricht an? Welche Gefühle und Bilder entstehen? Wo hakt er noch?


Zu guter Letzt

Jetzt wird geübt, bis der Text sitzt. Am besten stellt man sich dabei vor den Spiegel. Geachtet werden muss auf Mimik, Gestik und die Körperhaltung. Kommt die Begeisterung rüber, die man beim Gegenüber erzeugen will? Die Sprache sollte so einfach wie möglich sein und nicht gekünstelt wirken. Bitte auf Betonungen achten und den Text nicht nur einfach Runterasseln. Bleiben Sie authentisch. Ist man von seinem Auftritt überzeugt, kann in die Kamera gesprochen werden. Feedback geben Bekannte, Freunde oder die Familie.


Auch kleine Hoppalas stören nicht, denn niemand kennt den "eigentlichen" Text. Seien Sie also entspannter, als ich es war!



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