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  • Birgit Wichmann

Texten für Social Media ist ein Marathon, kein Sprint

Aktualisiert: Juni 12

Ich habe bereits während des Studiums gelernt, dass Marketing immer einen langen Atem braucht und noch nicht einmal eine Erfolgsgarantie hat. Das war vor mehr als 20 Jahren also schon so. Heute, in Zeiten von Social Media, ist das nicht anders geworden. Es geht nur alles ein wenig schneller und natürlich ist der Algorithmus wichtig.

Und was viele nicht wissen, damit ist auch ein Desaster verbunden, nämlich für die Unternehmen, die den Erfolg brauchen und meistens schnell brauchen. Die meisten Unternehmen wissen nämlich nicht, wie zeitaufwendig Social-Media-Marketing eigentlich ist. Schau ich mir nur einmal die Posts bei Facebook an, kommt eine ganze Menge an Arbeit zusammen:

  • das Erstellen eines Redaktionsplanes

  • die Suche nach Themen, die zum Unternehmenszweck passen und für den Leser interessant sind

  • das Ziel eines jeden einzelnen Postings

  • das Texten der Postings selbst

  • das Erstellen von Grafiken oder Videos, die auch angesehen werden und die Reichweite steigern

  • das Suchen von Gruppen und Seiten, für den die Angebote des Unternehmens interessant sein könnten

  • das Platzieren von Postings in den ausgewählten Gruppen

  • das Kommentieren von Postings anderer Facebook-User, um auf sich aufmerksam zu machen

  • die Beobachtung der Zielgruppe

  • die Auswertung

Die Facebook-Werbeanzeigen sind noch einmal ein eigenes Thema. Da geht eine ganze Menge Zeit drauf, wenn ein Erfolg sichtbar werden soll. Dranbleiben heißt hier die Devise! Und das kostet natürlich und niemand kann vorhersagen, ob die Investition sich lohnen wird. Doch es kann auch niemand vorhersagen, wann ein potenzieller Kunde online auf ein passendes Angebot treffen wird.


Oft scheint es so, als ob die Konkurrenz ganz plötzlich über Nacht zu einem Social Media Star avanciert ist. Niemand sieht, dass jahrelang unbemerkt daran gearbeitet wurde und ganz plötzlich, zur richtigen Zeit und am richtigen Online-Ort ist die richtige Person aufmerksam geworden. Bei mir war das bei einem meiner Blogs nach sechs Jahren. Dahinter steckte harte Arbeit und manchmal nächtelanges Grübeln. Viele gute Unternehmen bleiben ewig im Schatten, obwohl sie gut sind. Doch sie haben keine Reichweite. Meist liegt die Ursache beim Algorithmus. Der steht immer auf der Seite der User. Also muss der Content dem User angepasst werden. Dazu muss man wissen, wer die Zielgruppe ist und was sie lesen möchte. Treue Leser oder Follower sind die, die erhalten was ihr Herz begehrt - relevante Informationen.


Gut gebrüllt Löwe, aber wie erreichen, was so heiß begehrt? Die Konkurrenz schläft bekanntlich nicht, deshalb ist eine genaue Zielgruppenanalyse wichtig. Kennt man seine Zielgruppe, sollte man auch die Ansprüche und Bedürfnisse derselben kennen. Sich in einer Nische zu positionieren ist immer gut. Vertrauen wird, immer langsam aufgebaut und deshalb gilt es Lösungsvorschläge für Probleme zu präsentieren.


Als Nächstes sollte man herausfinden, wo sich die Zielgruppe online am ehesten aufhält und diese Kanäle auch nutzen. Sich auf zwei oder drei Kanäle zu fokussieren reicht völlig, denn auch die machen Arbeit. Darüber hinaus folgt jede Plattform ihren eigenen Regeln, die es zu befolgen gilt. Die Plattform muss also auch zum Unternehmen passen.


Ein Posting auf dem eigenen Kanal zu platzieren und sich dann zu verabschieden bringt keine neuen Follower und schon gar keine neuen Kunden. Interaktion ist das Zauberwort. Kommentare zu liken und darauf zu antworten ist das Minimum, jedoch nicht ausreichend. Wichtig ist auch mit der Zielgruppe zu diskutieren, also Kommentare in anderen Gruppen zu kommentieren und so auf sich aufmerksam zu machen. Wer sich für seine Zielgruppe interessiert wird interessant. Wer in den Kommentaren anderer erwähnt wird, weckt ebenfalls Interesse.


Gerade beim Aufbau einer Community ist es wichtig, wirklich dranzubleiben. Enttäuschte Follower sind schnell wieder verschwunden. Sie erwarten zu den selbst bestimmten Zeiten einen Post mit Inhalt und Mehrwert für sich. Bleibt der aus, führt das zu Enttäuschungen und ein sich verabschieden. Kein Interesse mehr selbst an dem interessantesten Content.


Den Marathon in Social Media läuft man in kleinen Etappen, das bedeutet regelmäßige Postings zu festgelegten Zeiten. Dann plötzlich merkt der Algorithmus, he da ist ein Unternehmen für das sich andere Interessieren und das erhöht die Sichtbarkeit. Doch das alles geschieht nicht von heute auf morgen. So wie jeder Text ein Konzept und eine Struktur braucht, um gesehen zu werden, braucht es das Social Media Marketing auch. Aber Geduld ist ja bekanntlich eine Tugend.








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