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  • Birgit Wichmann

Wenn Phönix aus der Asche steigt...

Aktualisiert: 29. Okt 2019

Die Geschichte hinter dem Cover!


In einer meiner Deutschstunden besprachen wir das Cover meines Romans „Aus der Asche (un-) schuldig geboren“. Was jedem sofort auffiel, war, dass das Cover nicht klar und deutlich ist, sondern leicht unklar wirkt. Andere sagten verpixelt.


Nun es ist beabsichtigt und warum möchte ich in diesem Blogpost erklären.


Wer sich, nach einem völligen Zusammenbruch, aus der Asche seines alten Lebens neu erhebt und allem Anschein nach sogar unversehrt ist, weiß trotzdem selten klar wohin ihn seit weiterer Weg führen wird. Alles wirkt surreal und seltsam verzerrt, genau wie dieses Cover. 


Wie Phönix der aus der Asche stieg, beginnt ein neues Leben. Er hat sich einer Verjüngungskur unterzogen, die sich so vollzieht: Er setzt sich in ein Nest, wartet dort, bis die Sonnenstrahlen es entzünden, lässt sich im Feuer verbrennen, wird zunächst zu Asche und später zu einem Wurm, der sich in ein Ei verwandelt, aus dem ein verjüngter Phönix schlüpft.


Nicht viel anders ergeht es einem Menschen, der zum Beispiel durch Schicksalsschläge dazu gezwungen wird, sich neu zu erfinden. Ihm stellt sich die Frage: „Will ich Opfer sein oder übernehme ich die Verantwortung für mein Leben?“ Das ist keine leichte Entscheidung und so steht der zum Leben Wiedererwachte vor einer Gabelung in seinem Leben und muss sich entscheiden. Welcher Weg führt zu einem selbstbestimmten Leben.


Der Phönix steht symbolisch für übermächtige Kräfte, Selbsterkenntnis, Lebensfreude und die Auferstehung im eigenen Licht. Mit seinen ungeahnten Kräften hat er die Fähigkeit sich selbst zu regenerieren. Über diese Kräfte verfügt auch jeder Mensch. Auch im heutigen Volksglauben findet sich in der Redewendung „Wie ein Pönix aus der Asche“ die zentrale Bedeutung des Phönix für etwas wieder, dass einst verloren galt und doch noch zu neuem Leben erwacht. 


So geht der Mensch nach einem Zusammenbruch durch das Feuer der Reinigung. Es wird Zeit für ihn sich von allem Ballast zu trennen und der Vergangenheit nicht mehr nachzutrauern, sondern sie loszulassen und mit Freude und Zuversicht in die Zukunft zu schauen. So lässt der Mensch den Schmerz, die Abhängigkeiten, die Angst und alle schlechten Erfahrungen hinter sich. Alles, was ihn traurig, krank oder ängstlich gemacht hat, wird nun dem Feuer der Reinigung übergeben. Was vergehen soll, dass verbrennt und was bestehen soll, das verbrennt nicht oder steht wieder auf. Alles was losgelassen oder auf Wahrheit und Beständigkeit überprüft werden soll, wird dem Feuer übergeben. Man merkt schnell, wie befreiend und erfrischend so eine Reinigung ist.



Ist man erst einmal durch das Feuer gegangen, geht man mit neuer Kraft aus ihm hervor und kann sich mit neuem Mut dem Leben mit seinen Herausforderungen stellen. Jeder Mensch ist anschließend strahlender, stärker und fröhlicher als jemals zuvor. Auch wenn das Verbrennen des Alten oft sehr schmerzhaft ist, so sei darauf hingewiesen, dass es schmerzhafter ist, sich am Alten festzuhalten und die Veränderung nicht zuzulassen. Wer etwas gewinnen will, muss etwas opfern und wer geboren wird, wird auch sterben. Hat der Mensch seine Ängste erst einmal abgelegt, so ist er bestens gerüstet, um schwierige Aufgaben zu meistern, ohne zu verzweifeln oder aufzugeben. Ein bekanntes Zitat von Johann Wolfgang von Goethe bringt es auf den Punkt: „Und solang du dies nicht hast, dieses Stirb und Werde, bist du nur ein trüber Gast auf der dunklen Erde.“


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